Chronik des TSV Krainhagen

Turn- und Sportverein Krainhagen e.V.
(TSV)

Am 3. Oktober 1957 versammelten sich etwa 20 Personen in der Gastwirtschaft Düvelshöft in Krainhagen, um einen neuen Sportverein ins Leben zu rufen. Unter ihnen war eine Anzahl Spielleute des kurz zuvor noch unter dem Dach des SV 45 Krainhagen-Röhrkasten aktiven Spielmannszuges, welche ein besonders großes Interesse an der Vereinsgründung hatten. Nach längerer Debatte, die von Wilhelm Struckmeier geleitet wurde, verständigte man sich darauf, in dem zu gründenden Verein eine Musikabteilung (in der der Spielmannszug neu organisiert werden sollte) sowie eine Turnabteilung und eine Tischtennisabteilung zu bilden. Auf die Bildung einer Fußballabteilung verzichtete man bewusst, da dieser Sport im SV 45 Krainhagen-Röhrkasten betrieben wurde und eine Konkurrenzsituation vermieden werden sollte. Anschließend einigte man sich auf den Namen „Turn- und Sportverein Krainhagen“ für den neuen Verein. Sein Zweck sollte es sein, den Sport und die Musik zu fördern und auszubreiten.

Bei den nachfolgenden Vorstandswahlen wurden einstimmig gewählt:


Wilhelm Struckmeier zum 1. Vorsitzenden
Fritz Bartels zum 2 Vorsitzenden
Heinrich Struckmeier zum Schriftführer (und gleichzeitig Gerätewart)
Richard Huxhold zum Kassierer (und gleichzeitig Oberturnwart)
Ewald Struckmeier zum 1. Beisitzer
Fritz Kranz zum 2. Beisitzer und
Willi Anke zum 3. Beisitzer

Als Leiter der einzelnen Abteilungen bestimmte man: Richard Huxhold sen. für die Turn-abteilung, Ewald Struckmeier für die Abteilung Tischtennis, Wilhelm Struckmeier für die Abteilung Spielmannszug und Frieda Struckmeier für das Amt der Frauenwartin.

Danach wurde die Vereinssatzung entworfen, vorgelesen und von den Anwesenden ein-stimmig angenommen. Den Vereinsbeitrag legte man auf monatlich 1,- DM für Erwachsene und -,30 DM für Schüler fest. Zum Vereinslokal wurde die Gastwirtschaft Düvelshöft, Inhaber Fritz Bartels, erkoren. 

Alle Sparten begannen alsbald mit der Arbeit und taten dies mit großem Erfolg. Es spricht für die Regsamkeit der Spartenleiter, dass laufend neue Interessenten hinzukamen und bei den Vereinstätigkeiten mitmachen wollten. Der Verein, der mit 27 Mitgliedern begann, zählte schon nach wenigen Tagen 50, nach einem Jahr 100 und nach 10 Jahren 245 Personen als Mitglieder. Heute liegt die Mitgliederzahl bei 400.

Dabei war es in den ersten Jahren für die Übungsleiter nicht immer leicht, ihren Riegen und Abteilungen zusammenzuhalten, da der Saal in der Gaststätte Düvelshöft, in dem die Übungen stattfanden, nicht geheizt werden konnte. So mussten die Übenden des Spiel-mannzuges nicht selten mit kalten Fingern die Querflöte spielen oder die Trommel schlagen. Und in den übrigen Gruppen fehlte es im Winter oft an Teilnehmern, weil es im Übungsraum einfach zu kalt war. Insbesondere in den Kindergruppen konnten in der kalten Jahreszeit kaum Übungen stattfinden, weil die Eltern ihren Kindern die Teilnahme wegen der unzuläng-lichen Zustände untersagt hatten.

Im Jahre 1959 wurde der Verein in den Kreissportbund aufgenommen und war damit auch Mitglied im Deutschen Turnerbund.

Am 15. Oktober 1958 schied der Vereinswirt Fritz Bartels aus dem Gaststättenbetrieb aus. Die Verhandlungen mit den folgenden Wirten über die Benutzung des Saales gestalteten sich als äußerst schwierig, und die Übungen mussten zeitweilig  zwischen Kornsäcken und landwirtschaftlichen Geräten durchgeführt werden. 

1960 nahmen die Turner und Spielleute des Vereins am Österreichischen Bundesturnfest in Graz teil. Der erste öffentliche Turnabend fand 1962 statt und fand bei der Bevölkerung guten Anklang. Unterstützt wurde der TSV dabei von der VT Bückeburg und dem MTV Heßlingen. In dieser Zeit entstand auch unser Vereinswappen, das auf Stoffabzeichen und Anstecknadeln zur Schau getragen wurde.

Im Sommer 1962 kam ein neuer Wirt in die Gast-stätte Düvelshöft, der das Vereinslokal in eine Tanzgaststätte umwandelte. Dieser Umwandlung fiel der Turnsaal zum Opfer, und so stand der TSV Krainhagen im Herbst 1962 plötzlich ohne Übungs- und Turnraum da. 

Im Jahr darauf erfuhr der Vereinsvorstand, dass in Nienburg eine Wehrmachtsbaracke verkauft wer-den sollte, und man entschloss sich zum Kauf, obwohl die Baracke nicht allen Anforderungen entsprach. Aber es war die bestmögliche Lösung des Problems, und die Baracke war beheizbar.  Das notwendige Geld wurde beschafft, die Baracke in Nienburg von den Vereinsmitgliedern abgebaut, nach Krainhagen transportiert  und hier in vielen Feierabendeinsätzen im Spätherbst 1963 wieder aufgebaut. Nun konnte der Übungsbetrieb endlich wieder aufgenommen werden.

Im Winter 1963/64 wurde aus dem reinen Spielmannszug ein Spielmanns- und Musikzug, und im Februar 1967 konnte eine Damengymnastikabteilung gegründet werden.

In den darauf folgenden Jahren sind an der Vereinshalle etliche weitere Verbesserungs- und Ausbauarbeiten durchgeführt worden. Ein Geräteraum und eine Toilette wurden angebaut, die Seitenwände der Baracke abgebrochen und massiv wieder hochgezogen und eine Zentralheizung installiert. Danach erfolgte die völlige Neugestaltung des Daches und die Entfernung der lästigen Stützpfeiler in der Mitte der Halle. Als letzte Maßnahme folgte die Verlegung und Versiegelung eines neuen Fußbodens.

2007 waren viele ehrenamtliche Helfer erneut damit beschäftigt, die vereinseigene Halle den Erfordernissen der Zeit anzupassen, indem sie diese renovierten, umbauten und erweiterten.

Zur Zeit bestehen im Verein 17 Turnsparten: JEDEFRAU, HippHopp, Step-Aerobic & Bodyforming, Pilates, Eltern- und Kind-Turnen, Kinderturnen 4-6 Jahre, Kinderturnen ab 7 Jahen, Yoga, Einrad, Gymnastik für Damen, Gymnastik für Senioren, Rücken-Fit, Rope Skipping, Bauch+Beine+Po, Nordic Fit, Jazz Dance und Wirbelsäulengymnastik. Zusätzlich werden noch verschiedene Kurse angeboten.

Musiziert werden kann im TSV in vielfältiger Form. Musikunterricht wird vom vierten Lebensjahr bis ins hohe Alter angeboten. Die Abteilungen gliedern sich in: Musikalische Früherziehung, Blockflötenunterricht, Instrumentalausbildung, Jugendblasorchester und Hauptorchester. Um die Ausbildung intensivieren zu können, wurde am 23. Mai 2007 unter dem Vorsitz von Oswald Pauly der Förderverein „pro Blasorchester Krainhagen“ gegründet.

 

Heiko Heinz, 1. Vorsitzender TSV Krainhagen e.V.